19. Oktober 2007

Schilder und Wahrheit
 
Heute fuhr ich mit dem Fahrrad auf der Landstraße. Es war schon dunkel, aber ich hatte mein Licht an. Prompt keifte jemand aus einem mich überholenden Auto: "Da ist ein Radweg!"

Das traf insofern zu, als parallel zur Fahrbahn tatsächlich ein Weg verlief, der als Fuß- und Radweg ausgeschildert war. Es war aber kein Radweg, wenn man darunter einen Weg versteht, auf dem man Rad fahren kann.

Wenn ich auf der Fahrbahn fahre, blenden die entgegenkommenden Autos früher oder später ab. Wenn ich den "Radweg" benutze, blendet niemand ab. Ich kann also für einige Zeit nichts sehen und muss anhalten. Ich muss nicht nur meinetwegen anhalten, damit ich in keinen Graben stürze, sondern auch wegen der Fußgänger, die mir vielleicht entgegenkommen und die ich dann ja auch nicht sehen kann, die aber darauf vertrauen, dass ich sie sehe. Es gibt Straßen und Abendzeiten, wo alle naselang ein Blender von vorn kommt.

Da ich dann nicht auf dem "Radweg" fahren kann, ist er kein Radweg. Und da ich fahren will, fahre ich auf der Fahrbahn.

 

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